Modell-Flugtage des HMSV Vaihingen auf dem Weitfeld boten spektakuläre Kunststücke in der Luft
Motorflugzeuge, Segelflugzeuge, Jets,
Hubschrauber, Kunstflugzeuge – wer
sich am Wochenende auf das Vaihinger
Weitfeld begab, um den Flugtag
des Hobby-Modellsportvereins Vaihingen
(HMSV) zu besuchen, brauchte
sich nichts anderes mehr vorzunehmen.
Was dort geboten wurde, war
so spannend, dass man es sich gerne
unter einem Sonnenschirm gemütlich
machte. (von Frank Elsässer)
VAIHINGEN. Ralf Knecht aus Heimerdingen
kniet vor seinem Modellflugzeug und legt
vor dem Start noch letzte Hand an. Spielzeug
kann man das gute Stück nicht mehr
nennen. Selbst gestandene Modellflieger
nehmen Abstand von dem Jet mit Pulsartriebwerk.
Eine Minute später wissen die
Zuschauer auch warum: Knecht zündet das
Triebwerk und den Leuten platzt schier das
Trommelfell.
In einem knapp ein Meter langen Rohr
auf dem Jet wird ein besonderes Gasgemisch
zu unzähligen Explosionen gebracht.
Wenige Sekunden später stockt ihnen erneut
der Atem, denn nun braust der grüne
Blitz mit bis zu 500 Stundenkilometern
über das Flugfeld des HMSV hinweg. Hin
und her, rauf und runter – so lange, bis das
Gasgemisch aufgebraucht ist. Das hat seinen
Grund: So schnell wie der Jet mit
seinem laufenden Triebwerk ist, kann er
gar nicht gelandet werden. Also muss
Knecht warten, bis Stille herrscht. Dann
hat er genau einen Versuch, das Geschoss
zu landen, denn durchstarten geht nun
nicht mehr. Nach wenigen Minuten ist die
Landung geglückt. Die Zuschauer applaudieren.
Dies taten sie zuvor auch bei Helmut
Höller von der Modellfluggemeinschaft
Alt-/Neuötting (Chiemgau). Mit seinem
amerikanischen Air-Racer Nemesis, eine
Originalnachbildung, brachte er die Leute
ebenfalls zum Staunen. In einem Maßstab
von 1:2,7, einer Spannweite von 2,7 Metern,
einer Rumpflänge von 2,2 Metern, einem
Startgewicht von 17 Kilogramm und einem
Motor mit 150 Kubikzentimeter Hubraum
fliegt das Modell-Rennflugzeug rund 300
Kilometer schnell. Kaum zu glauben, dass
diese schier unbändige Kraft mit einer
Fernsteuerung zu bändigen ist.
Auch sonst gab es einiges zu sehen:
Hubschrauber in jeglichen Größen, Motorflugzeuge,
die Segelflugzeuge mehrere
hundert Meter in die Höhe zogen, Kunstflug
mit dem Segelflugzeug und, und,
und… Das breite Spektrum an Sehenswertem
hatte der HMSV nicht nur den eigenen
Mitgliedern, sondern auch den befreundeten
Gastvereinen zu bedanken, die aus
Landau (Pfalz), Altötting (Bayern), Kleinsachsenheim,
Heimerdingen und Knittlingen
angereist waren.
Auch das Wetter spielte – zumindest am
Samstag – mit. „Damit haben wir wahnsinniges
Glück gehabt“, sagte Dennis Berger,
der bei den Vaihinger Modellsportlern für
die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der
Wetterdienst auf dem Stuttgarter Flughafen
habe den ersten Regen des Wochenendes
erst für Sonntagabend, 20 Uhr, vorhergesagt.
Da lag er fehl. Weiteres Manko: Der
Wind drehte am Samstag ständig, weswegen
Starts und Landungen immer wieder
von verschiedenen Richtungen nötig waren.
Doch den Piloten machte das nichts
aus – egal, ob die Flieger 500 Kilometer
schnell waren oder nicht…
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[Zeitungsartikel der VKZ]